Diese Seite drucken

Wissenwertes - Instrumente und mehr

Taktstock
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie (bearbeitet/gekürzt)

Ein Taktstock ist ein Stab, mit dessen Hilfe der Dirigent einem musizierenden Ensemble den Takt anzeigt, Einsätze gibt sowie Betonungen und musikalische Bewegungen verdeutlicht.

Herkunft und Bedeutung

Der TaktstockEin moderner Taktstock aus Weißbuche mit kegelförmigem Korkgriff in seiner heutigen Form kam im 19. Jahrhundert in der Zeit der Romantik auf, als größer werdende Orchester und Chöre einen Dirigenten erforderten. In Wien beispielsweise wurde erstmals der Taktstock 1812 vom Dirigenten Ignaz Franz von Mosel verwendet. Häufig waren die Entfernungen zwischen manchen Musizierenden und dem Dirigenten so groß, dass ein Utensil erforderlich wurde, das die Bewegungen des Dirigenten „vergrößert“ und „verdeutlicht“. Mit Hilfe des Taktstockes ist ein Dirigent also in der Lage, insbesondere kleine Bewegungen über eine größere Distanz sichtbar zu machen. Auch ist seine Benutzung bei Dirigenten in der Oper aufgrund der schlechten Lichtverhältnisse im Orchestergraben fast immer notwendig, da der fast vollständig in schwarz gekleidete Dirigent schlecht zu sehen ist und der helle Taktstock für die Musiker ein guter Orientierungspunkt ist. Längst ist der Taktstock über seine Funktion hinaus Symbol für den Dirigenten geworden.

Form und Material

Die Länge des Taktstockes beträgt ca. 20–45 cm, der Durchmesser 2–4 Millimeter. Für den spitz auslaufenden Stab werden verschiedenste Materialien wie z. B. Holz, Elfenbein oder aber das sehr leichte und äußerst stabile Fiberglas verwendet; der Griff besteht meistens aus Kork und kann verschiedene Formen annehmen (Walze, Birne, Kegel, ...). In manchen Fällen findet man auch Taktstöcke ohne zusätzliche Verdickung des Griffs, hier wurde das Holz des Taktstocks beim Schliff lediglich etwas dicker belassen. Die „ideale“ Länge des Taktstocks (ohne Griff) erhält ein Dirigent für sich selbst aus der Entfernung zwischen Ellenbeuge und dem Fingeransatz des Mittelfingers der Dirigierhand/Handfläche; es spielen jedoch auch persönliche Vorlieben und die Größe und Proportionen des Dirigenten eine Rolle. Im Allgemeinen werden kleinere Taktstöcke bevorzugt.

Historisches

Ältere Taktstöcke wurden auf den Boden gestampft, waren also wesentlich größer und zum Teil reich und prachtvoll verziert. Der Takt wurde damit nicht gezeigt, sondern durch das Stampfen hörbar gemacht. Der französische Musiker und Komponist Jean-Baptiste Lully verletzte sich mit einem solchen Taktstock beim Dirigieren den Fuß, verweigerte die medizinische Behandlung und starb einige Monate später an Wundbrand.

Einen Stab zwischen 90 und 130 cm benutzt auch der Tambourmajor zum Dirigieren.

Von 1924 bis 1930 erschien die Fachzeitschrift "Pult und Taktstock" bei Universal Edition Wien.


__________________________________

 

Historie, also hier schon vorgestellt:

April / Mai 2008   Sousaphon
Juni 2008   Baritonhorn
Juli 2008   Querflöte
August 2008   Pauke
September 2008   Klarinette
Oktober / November / Dezember 2008   Kornett
Januar 2009   Fagott
Februar / März 2009   Kleine Trommel
April / Mai 2009   Saxophon
Juni 2009   Posaune
Juli / August 2009   Oboe
September / Oktober 2009   Glockenspiel / Lyra
November / Dezember 2010   Tuba
Januar 2010   Schlagzeug
Februar 2010   Bassklarinette
März 2010   Trompete
April / Mai 2010   Cajón
Juni / Juli / August 2010   Ophikleide
September 2010   Cimbasso
Oktober / November 2010   Waldhorn
Dezember 2010 - März 2011   Flügelhorn
April - August 2011   Instrumentenmundstück
September - Dezember 2011   Chalumeau
Januar - März 2012   Martinstrompete


Vorhergehende Seite: Instrumente im Blasorchester
Nächste Seite: Repertoire